Acht Stationen — und das passende Werkzeug zu jeder einzelnen
Die sieben Werkzeuge der Finanzstruktur-Familie lassen sich am besten verstehen, wenn man sie nicht einzeln, sondern entlang eines Lebenswegs betrachtet. Diese Seite zeigt acht typische Stationen einer fiktiven Person — von der ersten Gehaltszahlung bis zur Planung der Entnahmephase. An jeder Station steht eine konkrete Entscheidungssituation; zu jeder Situation gehört das Werkzeug, das an dieser Stelle den passenden Beitrag leistet.
Acht Stationen, acht Wegmarken, sieben Werkzeuge. Die Vermögensplanung erscheint zweimal, weil sie als einzige Anwendung den gesamten Lebensbogen begleitet — als Werkzeug für den Übergang in die Gesamtsicht und später für die Steuerung der Entnahmephase.
Ein Klick auf einen farbigen Punkt führt zur Seite des jeweiligen Werkzeugs. Die Stationen sind weiter unten ausführlich beschrieben.
Jede Station ist eine eigene Lebenssituation mit einer konkreten Entscheidung. Wer eine bestimmte Phase direkt aufrufen möchte, kann hier hineinspringen:
Die Person heißt im Folgenden Maria Beispiel. Ihre Lebensgeschichte ist erfunden und steht stellvertretend für eine Reihe typischer Entscheidungen, denen viele Menschen im Laufe ihres Lebens begegnen. Reihenfolge, Zeitpunkte und konkrete Konstellationen können in der Wirklichkeit ganz anders verlaufen.
Marias erstes festes Gehalt landet auf dem Konto. Im Kollegenkreis kursieren Tipps zu Riester, zu ETF-Sparplänen und zu privaten Rentenversicherungen. Bevor sie eine dieser Entscheidungen trifft, möchte sie verstehen, wie sich ihre monatlichen Einnahmen und Ausgaben tatsächlich verteilen. Mit dem Starter erfasst sie ihre Eckdaten, sieht erstmals ihre Sparquote schwarz auf weiß und bekommt einen Eindruck davon, was eine kleine monatliche Rücklage über vierzig Jahre bewirkt.
Finanzstruktur Starter
Erste Standortbestimmung mit Einnahmen, Ausgaben, Sparquote und einfacher Hochrechnung über lange Zeiträume.
Eine durchgerechnete Variante dieser Lebensphase: Modellfall 4 — Lara, 26, fängt an zu sparen.
Der erste Brief der Deutschen Rentenversicherung trifft ein — vier Seiten, viele Zahlen, eine Hochrechnung zur späteren Rente. Maria möchte das einordnen, ohne gleich die volle Vermögensplanung zu eröffnen. Im Starter Plus ergänzt sie die Werte aus der Renteninformation, einen laufenden Riester-Vertrag und einen kleinen ETF-Sparplan. Sie sieht erstmals eine grobe Versorgungslücke und versteht, warum frühe Beiträge an der späteren Auszahlung überproportional beteiligt sind.
Finanzstruktur Starter Plus
Einordnung der Renteninformation, Berücksichtigung erster Vorsorgeverträge und eines Depots, grobe Lückenrechnung.
Eine durchgerechnete Variante in vergleichbarer Lebensphase: Modellfall 1 — Jan, 32, plant seine Vorsorge.
Maria und ihr Partner überlegen, eine Eigentumswohnung zu kaufen. Die Eltern raten zum Kauf, ein Bekannter aus dem Finanzwesen warnt vor laufenden Nebenkosten und Instandhaltungsrücklage. In der Wohnweiche stellt Maria beide Wege unter dem Prinzip der Cashflow-Parität gegenüber: Was passiert, wenn die monatliche Differenz zwischen Annuitätenrate und Miete jeweils in ein Depot fließt? Eine Monte-Carlo-Simulation zeigt zusätzlich, wie robust das Ergebnis gegenüber Zinsschwankungen und unterschiedlichen Aktienrenditen bleibt.
Finanzstruktur Wohnweiche
Vergleich von Kauf und Miete unter dem Prinzip der Cashflow-Parität, mit Monte-Carlo-Simulation gegen Zins- und Renditeunsicherheit.
Inzwischen sind ein Kind, die Eigentumswohnung, zwei Vorsorgeverträge und ein wachsendes Depot da. Einzelübersichten genügen nicht mehr. Maria steigt in die Vermögensplanung um, modelliert ihre Lebenslage jahresweise, prüft die Kreditbelastung gegen mögliche Einkommensschwankungen und macht erste Stresstests: Was wäre, wenn ein Einkommen für zwölf Monate ausfiele? Was, wenn der Zins bei der Anschlussfinanzierung deutlich höher liegt als heute?
Finanzstruktur Vermögensplanung
Jahresweise Modellierung der gesamten Lebenslage mit Einkommensteuer, Immobilien, Vorsorgeverträgen, Depot, Stresstests und Druckreport.
Eine durchgerechnete Konstellation in vergleichbarer Lage: Modellfall 2 — Anna und Bernd erben 80.000 Euro.
Die jährliche Renteninformation wandert nicht mehr ungeöffnet in den Ordner. Mit dem Rentenradar trägt Maria die Werte aus dem aktuellen Schreiben und der zwischenzeitlichen Rentenauskunft ein, prüft die Entwicklung über mehrere Jahre und erkennt, wie groß die rechnerische Versorgungslücke gegenüber ihrem voraussichtlichen Netto kurz vor Rentenbeginn tatsächlich ist. Die Hebel-Analyse zeigt, welche Maßnahmen — höhere Sparrate, späterer Rentenbeginn, freiwillige Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung — die Lücke am stärksten verkleinern.
Finanzstruktur Rentenradar
Auswertung der Renteninformation und Rentenauskunft, Lückenrechnung gegenüber dem voraussichtlichen Netto vor Rentenbeginn, Hebel-Analyse.
Die erkannte Lücke soll geschlossen werden, aber wie? Ein bestehender Riester-Vertrag, ein Altersvorsorgedepot nach dem Altersvorsorgereformgesetz, ein schlanker ETF-Sparplan oder eine Rürup-Lösung kommen infrage. In der Altersvorsorge stellt Maria alle vier Wege unter identischen Annahmen nebeneinander: Beitragsphase mit steuerlicher Förderung, Auszahlungsphase mit Besteuerung und Sozialabgaben, und am Ende die effektive Netto-Rendite über die gesamte Laufzeit.
Finanzstruktur Altersvorsorge
Vergleich von ETF-Sparplan, Altersvorsorgedepot, Riester-Bestand und Rürup unter identischen Annahmen, mit Brutto-/Netto-Sicht über die gesamte Laufzeit.
Mit 63 ist eine vorgezogene Altersrente mit Abschlägen möglich, mit knapp 67 (ihrem Jahrgang entsprechend) abschlagsfrei, ein Aufschub bis 70 bringt Zuschläge. In der Rentenweiche stellt Maria diese Wege gegenüber, berücksichtigt Steuer und Sozialabgaben in der Auszahlungsphase und liest auf der Break-even-Linie ab, ab welchem Lebensalter sich der spätere Beginn rechnerisch netto auszahlt — und welcher Weg in ihrer persönlichen Situation insgesamt vorne liegt.
Finanzstruktur Rentenweiche
Vergleich von vorgezogenem, regulärem und aufgeschobenem Rentenbeginn mit Brutto-/Netto-Sicht und Break-even-Analyse auf Nettobasis.
Maria ist seit einigen Jahren in Rente, die Wohnung ist abbezahlt, ein Teil des Vermögens liegt im Depot. Jetzt geht es um die Entnahmestrategie: Welche Beträge können regelmäßig entnommen werden, ohne dass die Substanz vor dem statistischen Lebensende erschöpft ist? In der Vermögensplanung modelliert sie verschiedene Entnahmepfade, kalkuliert die Wohnkostenersparnis im Eigentum und prüft, mit welcher Reserve eine spätere altersgerechte Wohnform finanzierbar bleibt.
Finanzstruktur Vermögensplanung
Steuerung der Entnahmephase mit Depot-Entnahmestrategien, Wohnkostenersparnis im Eigentum und Vorsorge für altersgerechte Wohnformen.
Maria Beispiel ist eine konstruierte Person mit einer konstruierten Lebenslinie. Ihr Weg ist nicht der einzige, nicht der richtige und nicht der typische. Er soll lediglich zeigen, an welchen Stellen welches Werkzeug der Finanzstruktur-Familie einen sinnvollen Beitrag leistet. Die tatsächliche Reihenfolge und die konkrete Auswahl hängen immer von der individuellen Lebenssituation ab.
Drei weiter ausgearbeitete Lebenswege sind in den Anwendungsbeispielen Schritt für Schritt durchgespielt; einzelne finanzielle Entscheidungen sind in den Modellfällen mit Annahmen, Rechnung und Auflösung dokumentiert.
Für Anregungen zu weiteren Modellfällen, zu neuen Anwendungsbeispielen oder zu Lebenssituationen, die hier noch nicht vorkommen, freue ich mich über eine Nachricht: info@privatbilanz.de.