Lebensentscheidungen, durchgerechnet
Ein Mensch, eine Entscheidung, ein paar Jahrzehnte Zeit. Hier wird zuerst geschätzt — und dann mit der Vermögensplanung nachgerechnet, wie sich eine Weichenstellung tatsächlich auf Vermögen, Rente und Steuer auswirkt. Erfahrungsgemäß weichen Bauchgefühl und Mathematik deutlich voneinander ab.
Jeder Fall beschreibt eine konkrete Person mit einer konkreten Entscheidung. Der Leser tippt zunächst seine eigene Einschätzung zu drei Größen — etwa Endvermögen, monatlicher Entnahme oder Steuerlast im Alter. Anschließend werden die mit der Vermögensplanung berechneten Ergebnisse aufgelöst, ergänzt um Screenshots und herunterladbare Beispieldateien — vor und nach der Entscheidung. Wer mag, kann den Fall mit eigenen Werten weiterrechnen.
Die Modellfälle sind eine Rechenwerkstatt, keine Anlageempfehlung. Sie zeigen mechanisch, was Zinseszins, Steuerprogression und Inflation über lange Zeiträume bewirken — und wo die Intuition typischerweise daneben liegt.
Jan, 32, plant seine Vorsorge
Diplom-Designer in Köln, 58.000 € Brutto-Jahresgehalt, 18.000 € auf dem Tagesgeldkonto. Lohnt sich für ihn ein ETF-Sparplan — oder bleibt die Wirkung über 58 Jahre kleiner, als das Bauchgefühl vermutet? Der Modellfall vergleicht beide Wege Seite an Seite und benennt den eigentlichen Hauptgegner im Plan.
Zum Modellfall →Anna und Bernd erben 80.000 €
Ein Paar aus Hannover, beide 45, beide gut verdienend, erbt 80.000 €. Festgeld oder vermietete Eigentumswohnung? Der Modellfall rechnet beide Wege über 20 Jahre durch — und zeigt, dass der vermeintliche Steuervorteil der Immobilie hier gar nicht greift und der Vorsprung schmaler ausfällt, als das Bauchgefühl vermutet.
Zum Modellfall →Anton, 35, soll Beamter werden
Ein lediger Lehrer in der Entgeltgruppe E 13 erhält das Angebot der Verbeamtung. Lohnt sich das ökonomisch — und wenn ja, in welcher Größenordnung? Der Modellfall rechnet beide Wege über 56 Jahre durch und zeigt, dass der Hauptgewinn der Verbeamtung weder im laufenden Netto-Plus noch in einem ETF-Sparplan liegt, sondern an einer ganz anderen Stelle — die mit Bauchgefühl regelmäßig unterschätzt wird.
Zum Modellfall →Lara, 26, fängt an zu sparen
Software-Entwicklerin in Berlin, 58.000 € Brutto-Jahresgehalt, erstes eigenes Gehalt. Erst die Zwanziger genießen und ab dreißig ernsthaft sparen — oder von Anfang an einen moderaten Marathon laufen? Der Modellfall rechnet beide Wege über 41 Jahre durch und zeigt, dass der eigentliche Hebel nicht im Aktiendepot liegt, sondern an einer Stelle, die in der Sparplan-Literatur kaum vorkommt.
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