Lara, 26, fängt an zu sparen

Erst die Zwanziger genießen und später aufholen — oder von Anfang an moderater Marathon? Ein Vergleich über 41 Jahre

Die Ausgangslage

Lara Schmidt ist 26, hat 2026 ihren Master in Wirtschaftsinformatik abgeschlossen und arbeitet seit Oktober als Software-Entwicklerin in Berlin. Brutto-Jahresgehalt 58.000 Euro. Ledig, kinderlos, gesetzlich versichert, lebt in einer Zweizimmer-Wohnung in Friedrichshain. Erstmals bleibt am Monatsende ein vierstelliger Spielraum übrig. Renteneintritt regulär 2067 mit 67; der Planungshorizont des Modells reicht bis Ende 2069 (Alter 69), also knapp über den Renteneintritt hinaus, ohne den späten Vermögensverzehr ins Bild zu ziehen.

Im Freundeskreis passiert in diesem Frühjahr viel auf einmal: dritte Lissabon-Reise des Jahres, geleastes Stadtauto, größere Wohnung mit Balkon. Zwei Stimmen reden in Laras Kopf. Die eine sagt: genieß deine Zwanziger, sparen kannst du später noch. Die andere: jeder Euro, den ich jetzt anlege, arbeitet vierzig Jahre für mich. Welche der beiden Stimmen mathematisch besser fährt — und in welcher Größenordnung — ist genau die Frage dieses Modellfalls.

Eine bewusste Eingrenzung vorab: Beide Varianten arbeiten mit dem gleichen Bruttogehalt, der gleichen Gehaltsdynamik und dem gleichen Welt-Aktien-Indexfonds mit 5 Prozent Nachsteuer-Rendite. Die Sparraten sind nominal angesetzt, also ohne Inflationsanpassung — das spiegelt das typische Verhalten realer Sparpläne, die selten an die Geldentwertung angepasst werden. Einziger Unterschied zwischen A und B sind Sparhöhe, Sparzeitpunkt und Lebensstandard.

Die zwei Varianten

Die folgende Übersicht zeigt nur die Eingaben beider Wege — die Ergebnisse folgen erst nach Ihrer Schätzung.

Merkmal Variante A — Erst leben, dann sparen Variante B — Der Marathon
Sparrate 150 €/Monat von 2026 bis 2032 (7 Jahre); ab 2033 bis Renteneintritt 550 €/Monat (34 Jahre) 400 €/Monat durchgehend von 2026 bis Renteneintritt 2066 (41 Jahre)
Anlageprodukt Welt-Aktien-Indexfonds, 5,0 % Nachsteuer-Rendite Welt-Aktien-Indexfonds, 5,0 % Nachsteuer-Rendite
Wohnen Größere Wohnung in Friedrichshain bis 2032 (15.600 €/Jahr); ab 2033 kleinere Wohnung (13.000 €/Jahr) Kleine Wohnung von Anfang an (11.000 €/Jahr), durchgehend
Lebensführung Bis 2032 gehobener Lifestyle (16.500 €/Jahr); ab 2033 eingeschränkt (13.500 €/Jahr) Durchgehend moderat (11.000 €/Jahr)
Steuerliche Behandlung Abgeltungsteuer 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag (in der Nachsteuer-Rendite bereits enthalten); Sparerpauschbetrag 1.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG)

Was glauben Sie?

Bevor Sie die Auflösung sehen: Beantworten Sie die folgenden vier Fragen — eine als Entweder-oder, drei mit je vier Optionen. Erfahrungsgemäß schätzen viele die Wirkung des frühen Sparens entweder deutlich zu hoch ein („Zinseszins ist alles") oder deutlich zu niedrig („sieben Jahre Pause holt man später leicht auf"). Eine fünfte, optionale Frage schließt an und fragt nach dem eigentlichen Mechanismus hinter dem Ergebnis — und der liegt an einem überraschenden Ort.

Hinweis. Dieser Modellfall ist ein Rechenbeispiel auf Basis der oben offengelegten Annahmen. Er stellt keine Steuer-, Rechts-, Anlage- oder Versicherungsberatung dar und ersetzt eine solche nicht. Renditen, Inflations- und Zinsentwicklungen sowie Steuerregeln können sich ändern. Vor jeder individuellen Entscheidung ist eine Prüfung durch eine zugelassene Berufsperson (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt, Anlageberater nach Wertpapierhandelsgesetz, Versicherungsvermittler nach § 34d Gewerbeordnung) erforderlich. Es gelten die Lizenzbedingungen.