Drei beispielhafte Pfade durch die Finanzstruktur-Familie
Diese Seite zeigt anhand erfundener Personen, wie die Werkzeuge der Finanzstruktur-Familie in der Praxis hintereinandergeschaltet werden — von der ersten Erfassung der Renteninformation bis zum Druckbericht für das Gespräch bei der Bank oder beim Steuerberater. Jeder Fall ist eigenständig lesbar.
Hinweis. Die folgenden Schilderungen sind erfunden. Die genannten Beträge sind beispielhafte Werte zur Veranschaulichung und wurden nicht im Einzelnen berechnet. Die Seite stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar und gibt keine individuelle Empfehlung.
Fall 1
Andreas Mustermann, 47, ledig
Ein kleines Haus, etwas Gold und die Frage, ob das später reicht
Die jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung liegt im Briefkasten. Die ausgewiesene Bruttorente erscheint Mustermann niedriger als erwartet — er möchte wissen, wo er aktuell steht und ob das vorhandene Vermögen ausreicht.
1
Renteninformation einordnen
Finanzstruktur Rentenradar
ca. 15 Minuten
Mustermann öffnet das Werkzeug und wählt im Einstiegs-Wizard zunächst den Einsteigermodus.
Wechsel in den Expertenmodus für die ergänzenden Angaben
Krankenversicherung im Rentenbezug
Privat krankenversichert
Elterneigenschaft
Kinderlos
Inflationsszenario
Mittel (Standard)
Was das Werkzeug zeigt · Reiter „Rentenprofil"
Real verfügbare Rente in heutiger Kaufkraft
~ 1.180 €/Monat
Versorgungslücke gegenüber dem Bedarf (80 %)
~ 1.900 €/Monat
Erforderliche monatliche Sparrate bis 67
~ 720 €
Erforderliches Zusatzvermögen (Barwert)
sechsstellig, mittlere Größe
Im Reiter „Was-wäre-wenn" spielt Mustermann drei Stellgrößen durch: einen um zwölf Monate aufgeschobenen Renteneintritt, eine zusätzliche Sparrate von 500 € und eine angedachte Einmalzahlung von 30.000 € in die Rentenversicherung. Die Hebel-Analyse zeigt ihm, welche dieser Maßnahmen die Lücke am stärksten verkleinert. Er sichert seinen Stand als JSON-Datei und erstellt zusätzlich den Druckreport als PDF.
Erkenntnis
Reale Versorgungslücke rund 1.900 €/Monat in heutiger Kaufkraft, rechnerisch notwendige Sparrate rund 720 €/Monat. Vorhandene Liquidität und Goldbestand reichen als Vorsorge nicht aus; eine systematische Lösung fehlt.
2
Vorsorgewege vergleichen
Finanzstruktur Altersvorsorge
ca. 30 Minuten
Mit der aus Schritt 1 ermittelten Sparrate von 720 €/Monat als Ausgangsgröße öffnet Mustermann die Finanzstruktur Altersvorsorge und wählt den Expertenmodus.
Reiter „Eingaben" · Angaben zur Person
Geburtsjahr
1979
Familienstand
ledig
Anzahl Kinder mit Zulagenanspruch
0
KV / PV im Ruhestand
Keine Beiträge (privat versichert)
Kirchensteuersatz
0 %
Angaben zur Steuer
Zu versteuerndes Einkommen im Arbeitsleben
62.000 €
Grenzsteuersatz Erwerbsphase
42 %
Grenzsteuersatz Ruhestand (geschätzt)
28 %
Monatliche Sparbeiträge der vier Wege
Privat-ETF-Sparplan
720 €
Altersvorsorgedepot (ab 01.01.2027)
720 €
Riester (Bestand)
0 € · kein Bestandsvertrag
Rürup (Basisrente)
720 €
Was das Werkzeug zeigt · Reiter „Vergleich" und „Steuersatz-Szenarien"
Das Werkzeug stellt die vier Wege in produktspezifischen Farben nebeneinander, mit Endkapital, Barwert der Nettoauszahlungen und der vollständigen Rechenkette als Tabelle. Die Tabelle „Eigenschaften jenseits der Rendite" listet zusätzlich qualitative Merkmale — für Mustermann besonders relevant: die deutlich höhere Liquidität in der Ansparphase beim Privat-ETF, die fehlende Bürgergeld-Anrechnung nach § 12 SGB II beim Altersvorsorgedepot und die strikte Verrentungspflicht bei Rürup.
Auf dem Reiter „Steuersatz-Szenarien" prüft er, wie sich die Rangfolge der Wege bei einem Grenzsteuersatz im Ruhestand von 18 % / 28 % / 38 % verändert — wichtig, weil sein angesetzter Wert von 28 % eine Schätzung ist. Er erstellt anschließend den Druckreport und sichert die Eingaben als JSON-Datei.
Erkenntnis
Bei seinem Profil (kinderlos, privat krankenversichert, hoher Grenzsteuersatz im Arbeitsleben) liegen Privat-ETF und Rürup im Barwert dicht beieinander; das Altersvorsorgedepot rangiert dazwischen. Eine endgültige Entscheidung verschiebt Mustermann bewusst — sie ist erst im Gesamtkontext seines Vermögens sauber beantwortbar.
3
Gesamtsicht herstellen
Finanzstruktur Vermögensplanung
mehrere Sitzungen, insgesamt ca. 3 Stunden
Für die Vermögensplanung nimmt sich Mustermann mehrere Sitzungen Zeit. Er wählt den Standardmodus (mit Steuern und Sozialversicherung), weil seine Steuerlage über die Jahre ein zentrales Thema sein wird.
Reiter „Stammdaten"
Startjahr der Planung
2026
Inflationsrate p.a.
2,3 %
Alter am Ende der Planung
90
Hauptperson · Geburtsjahr
1979
Hauptperson · Alter bei Renteneintritt
67
Reiter „Vermögen" · Privatvermögen
Selbstgenutzte Immobilie · Verkehrswert
320.000 €
Wertentwicklungsmodus / Dynamik p.a.
auto · 1,5 %
Verkaufsplanung
keine
Sonstiger Wert · Goldbestand
8.000 €
Geld & Wertpapiere
Festgeld (Tagesgeld)
35.000 €
Wertpapierdepot · Startwert
22.000 €
Renditemodus
Nach-Steuer-Rendite mit Phasenwechsel
Beteiligungen & Darlehen
Restschuld zum Startjahr
95.000 €
Zinsbindung bis
2030
Anschlussfinanzierung
erforderlich
Versicherungen / Renten
Gesetzliche Rente · Rentenbeginnalter
67
Jahresrente Start brutto
25.680 €
entspricht 2.140 €/Monat aus Schritt 1
Reiter „Cashflow" · Einnahmen
Arbeitseinkommen brutto p.a.
78.000 €
Dynamik p.a.
2 %
Was das Werkzeug zeigt · Reiter „Auswertungen"
Nettovermögen Startjahr 2026
~ 290.000 €
Nettovermögensverlauf nominal und real bis Alter 90
grafisch
Liquiditätsentwicklung · kritischer Punkt
um Alter 75
Deckungskapital für strukturelle Versorgungslücke
ausgewiesen
Sensitivitätsanalyse
Basis · Best · Worst
Aus der Liste der sieben Druckberichte druckt Mustermann gezielt zwei: das Bank-Exposé (M1) für das anstehende Gespräch zur Anschlussfinanzierung und die Vorlage für den Steuerberater (M2) für die Klärung der Rürup-Frage aus Schritt 2.
Erkenntnis
Eigenheim und Liquidität bilden die Basis; die laufende gesetzliche Rente reicht in heutiger Kaufkraft ab etwa Alter 75 nicht mehr für den Bedarf. Damit ist die Vorsorgeentscheidung aus Schritt 2 nun im Kontext entscheidbar — Mustermann hat die Größenordnungen, die er für die anstehenden Gespräche braucht.
Fall 2
Lisa Schulz, 29, Berufseinsteigerin
Eine erste Renteninformation — und die Frage, ob 200 € im Monat reichen
Die erste Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung liegt im Briefkasten. Die Zahlen darin sagen Schulz wenig — sie möchte verstehen, was sie bedeuten, und ob ihre aktuelle Sparrate von 200 €/Monat ausreicht.
1
Erste Orientierung
Finanzstruktur Starter
ca. 5 Minuten
Schulz öffnet das Werkzeug und durchläuft den Einstiegs-Assistenten in fünf Schritten.
Einstiegs-Assistent · 5 Schritte
Geburtsjahr
1997
Status
Angestellt / Azubi
Bruttogehalt/Monat
3.500 €
Bundesland · Kirchensteuer
Hessen · nein
Sparrate/Monat
200 €
Was das Werkzeug zeigt · Ergebnisseite
Heutiges Netto (geschätzt)
~ 2.300 €/Monat
Bedarf im Alter (Lebenshaltungspyramide)
~ 1.840 €/Monat
Gesetzliche Rente real (interne Hochrechnung)
~ 640 €/Monat
Aus Depot real (200 € Sparrate, 5 % Rendite)
~ 280 €/Monat
Lücke real
~ 920 €/Monat
Im „Hebel-Rechner" probiert Schulz höhere Sparraten durch. Bei 400 €/Monat verkleinert sich die Lücke spürbar; bei 700 €/Monat ist sie zu großen Teilen geschlossen.
Erkenntnis
Die Größenordnung ist sichtbar. Das Bild beruht aber auf einer internen Hochrechnung der Rente aus dem Bruttoeinkommen — ihre tatsächliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung ist noch nicht eingeflossen. Sie wechselt deshalb in das nächste Werkzeug.
2
Renteninformation einbinden
Finanzstruktur Starter Plus
ca. 15 Minuten
Im Starter Plus durchläuft Schulz den achtstufigen Einstiegs-Assistenten und ergänzt die Werte aus ihrer Renteninformation.
Einstiegs-Assistent · Pflichtangaben
Geburtsjahr
1997
Tätigkeitsstatus
Angestellt / Azubi
Bruttogehalt/Monat
3.500 €
Bundesland
Hessen
Kirchensteuerpflichtig
nein
Einstiegs-Assistent · Optionale Angaben
Heutiger Depotbestand
0 €
Sparrate/Monat
200 €
Reiter „Deine gesetzliche Rente"
Berechnungsmodus
Direkt (empfohlen)
Stand der Renteninformation
04/2026
Voraussichtliche Bruttorente/Monat
1.380 €
Reiter „Private Altersvorsorge — Riester"
Status
Nicht aktiv · kein Bestandsvertrag
Was das Werkzeug zeigt
Bedarf im Alter
~ 1.840 €/Monat
Gesetzliche Rente real (übernommen aus DRV-Wert)
~ 690 €/Monat
Aus Depot real
~ 280 €/Monat
Lücke real
~ 870 €/Monat
Im Hebel-Rechner spielt Schulz vier Stellgrößen durch (Sparrate, Anfangsbestand, Rendite, Startalter). Bei 400 €/Monat liegt die Lücke bei rund 600 €, bei 600 €/Monat bei rund 330 €, bei 800 €/Monat ist sie nahezu geschlossen. Sie erzeugt anschließend den vierseitigen Druckbericht (PDF) und sichert ihre Eingaben als JSON-Datei.
Erkenntnis
Die reale Versorgungslücke liegt bei rund 870 €/Monat in heutiger Kaufkraft. Eine Verdoppelung der Sparrate auf 400 € reduziert sie um etwa 270 €; die vollständige Schließung würde rund 800 €/Monat erfordern. Schulz hat eine konkrete Zielgröße und einen Hebel, an dem sie ansetzen kann.
Fall 3
Thomas und Susanne Krause, 56 und 54
Vor dem Renteneintritt — und die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt
Die ausführliche Rentenauskunft nach § 109 SGB VI liegt für beide vor. Thomas überlegt, schon mit 64 statt mit 67 in Rente zu gehen. Bevor sie entscheiden, wollen Krauses wissen: Welcher Eintrittszeitpunkt ist rechnerisch günstig — und können sie ihn sich überhaupt leisten?
1
Den richtigen Zeitpunkt prüfen
Finanzstruktur Rentenweiche
ca. 30 Minuten
Thomas öffnet das Werkzeug im Expertenmodus, weil er auch die Optionen Ausgleichszahlung und Aktivrente mit prüfen möchte.
Reiter „Eingabe" · Grunddaten
Geburtsjahr
1970
Erreichte Entgeltpunkte
48,5
Rentenart
Langjährig Versicherte (35 Jahre)
Hochgerechnete Bruttorente (Plausibilisierung)
2.470 €/Monat
Erweiterte Angaben
Krankenversicherung im Ruhestand
Pflichtversichert (KVdR)
Elterneigenschaft
mindestens ein Kind
Familienstand
verheiratet · Zusammenveranlagung
Zu versteuerndes Jahreseinkommen
80.000 – 120.000 €
Eigener Anteil am gemeinsamen Einkommen
75 %
Reiter „Vergleich" · Stellgrößen
Beginn des frühen Weges
mit 64
Beginn des späten Weges
mit 68
Angenommenes Sterbealter
87
Jährliche Rentenanpassung
2,0 %
Was das Werkzeug zeigt
Vorzeitig mit 64 · Nettorente
~ 1.580 €/Monat
Regelaltersrente mit 67 · Nettorente
~ 1.930 €/Monat
Aufgeschoben mit 68 · Nettorente
~ 2.090 €/Monat
Break-even Vorzeitig vs. Regelalter
Alter ~ 81
Break-even Regelalter vs. Aufgeschoben
Alter ~ 80
Im Reiter „Ausgleichszahlung" prüft Thomas zusätzlich den vollständigen Ausgleich des Abschlags durch eine Sonderzahlung in die Rentenversicherung nach § 187a SGB VI. Der Reiter „Aktivrente" zeigt den Effekt einer Weiterarbeit nach Erreichen der Regelaltersgrenze mit Teilzeitvergütung von 1.800 €/Monat — die ersten 2.000 €/Monat sind nach § 3 Nr. 21 EStG steuerfrei.
Erkenntnis
Der vorzeitige Bezug ab 64 kostet Thomas dauerhaft rund 350 €/Monat netto gegenüber der Regelaltersrente; der Aufschub um ein Jahr bringt rund 160 €/Monat zusätzlich. Beide Wege rechnen sich gegenüber dem Regelbezug erst ab Alter 80–81. Welcher Weg passt, hängt nicht nur vom Erwartungswert ab, sondern davon, ob Krauses die drei Jahre zwischen Thomas' Renteneintritt und Susannes Renteneintritt aus dem vorhandenen Vermögen bestreiten können — genau das prüft die Vermögensplanung.
2
Tragfähigkeit prüfen
Finanzstruktur Vermögensplanung
mehrere Sitzungen, insgesamt ca. 4 Stunden
Krauses arbeiten die Vermögensplanung gemeinsam durch. Standardmodus mit Steuern und Sozialversicherung — die Einkünfte aus Vermietung und die unterschiedlichen Renteneintrittszeitpunkte verlangen die volle Detailtiefe.
Reiter „Stammdaten"
Startjahr der Planung
2026
Inflationsrate p.a.
2,3 %
Alter am Ende der Planung
90
Hauptperson (Thomas) · Renteneintritt
mit 64
Partnerperson (Susanne) · Renteneintritt
mit 67
Splittingtarif
aktiv
Reiter „Vermögen" · Privatvermögen
Selbstgenutzte Immobilie · Verkehrswert
580.000 €
Wertentwicklungsmodus / Dynamik p.a.
auto · 1,5 %
Vermietete und verpachtete Immobilien
Eigentumswohnung · Verkehrswert
290.000 €
Mieteinnahmen brutto/Monat
1.150 €
Restschuld zum Startjahr
120.000 €
AfA · Bemessungsgrundlage / Satz
220.000 € · 2 %
Geld & Wertpapiere
Wertpapierdepot · Startwert
180.000 €
Festgeld (Tagesgeld)
65.000 €
Versicherungen / Renten
Gesetzliche Rente Thomas · ab 64 (Jahresrente brutto)
22.080 €
Gesetzliche Rente Susanne · ab 67 (Jahresrente brutto)
Aus der Liste der sieben Druckberichte erzeugen Krauses drei: die Vorlage für den Steuerberater (M2) wegen der Einkünfte aus Vermietung und der nachgelagerten Rentenbesteuerung, die Familienübersicht (M3) für ein geplantes Gespräch mit dem erwachsenen Sohn über die Vermögensverhältnisse, sowie das Bank-Exposé (M1) für die in zwei Jahren anstehende Anschlussfinanzierung der vermieteten Eigentumswohnung.
Erkenntnis
Der frühe Renteneintritt mit 64 ist tragfähig: Tagesgeld, Wertpapierdepot und Mieteinnahmen überbrücken die Lücke zwischen Thomas' Renteneintritt und Susannes Renteneintritt drei Jahre später. Die strukturelle Versorgungslücke ist auch im Worst-Case-Szenario gedeckt. Die Frage „können wir es uns leisten?" beantwortet das Werkzeug mit Ja — die Wahl zwischen 64 und 67 wird damit zu einer Präferenzfrage.