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Über das Projekt

privatbilanz.de ist eine private Initiative. Die Programme der Finanzstruktur-Familie entstehen in der Freizeit, ohne kommerzielles Geschäftsmodell und ohne Bindung an ein Unternehmen, einen Verlag oder eine Beratungsgesellschaft. Die folgenden Abschnitte erläutern Anlass, Hintergrund und das Selbstverständnis, das den Programmen zugrunde liegt.

Anspruch und Lehrgedanke

Die Programme sind zuerst aus einem praktischen Bedarf entstanden — der eigenen Lebensplanung über mehrere Jahrzehnte, in der Einkommen, Steuer, Sozialversicherung, gesetzliche Rente, private und betriebliche Vorsorge, Immobilie und Vermögensaufbau zusammenspielen. Sobald das Werkzeug einmal existiert und als Single-File-HTML-Anwendung weder Server- noch laufende Kosten verursacht, gibt es keinen sachlichen Grund, es zurückzuhalten. Aus dem Eigennutz wird damit fast zwangsläufig ein Lehrgedanke: andere — die nachwachsende Generation eingeschlossen — von der gleichen Modellierungsarbeit zu entlasten und die zugrundeliegenden Wirkungszusammenhänge zugänglich zu machen.

Im Mittelpunkt steht die Anschauung von Zusammenhängen, die in der täglichen Wahrnehmung systematisch unterschätzt werden:

Die Programme leisten ausdrücklich keine Beratung und ersetzen das Gespräch mit Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt oder einer zugelassenen Anlage- oder Versicherungsberatung nicht. Sie sind Werkzeuge zur Modellierung und zur eigenen Auseinandersetzung — was sie aber leisten, ist die Vorbereitung auf solche Gespräche: mit nachvollziehbaren Annahmen, durchgerechneten Szenarien und einer klareren Vorstellung von den eigenen Fragen.

Aus dieser Linie folgt eine Entscheidung, die das Projekt ausdrücklich mitträgt: Die Programme stehen nicht-kommerziellen Bildungseinrichtungen — Schulen, Hochschulen, Volkshochschulen, gemeinnützigen Bildungsträgern und vergleichbaren Trägern — für den Einsatz in der Aus-, Fort- und Weiterbildung offen. Sie dürfen vorgeführt, in Lehrmaterialien genannt und gegenüber Teilnehmenden empfohlen werden. Die Einzelheiten regelt Ziffer 2a der Lizenzbedingungen; die FAQ beantwortet die praktischen Fragen. Kommerzielle Bildungs- und Coaching-Angebote sind davon ausdrücklich ausgenommen — das Werkzeug soll nicht zum Vehikel für Produktverkauf oder Beratungsanbahnung werden.

Anlass

Den ersten Anstoß gab der eigene Bedarf an einem Werkzeug, das die persönliche Vermögens-, Renten- und Steuersituation realistisch über mehrere Jahrzehnte abbildet. Tabellenkalkulationen stoßen bei dieser Komplexität schnell an Grenzen — sobald sich Steuertarife, Sozialabgaben, Riester-Förderung, Immobilienabschreibungen und Entnahmestrategien wechselseitig beeinflussen, wird die Modellierung in Excel unübersichtlich. Kommerzielle Beraterprogramme stehen Privatpersonen meist nicht zur Verfügung; cloudbasierten Fintech-Anwendungen sollten die persönlichen Eingaben nicht anvertraut werden.

So entstand über mehrere Jahre eine ungelöste Konstellation: Die fachlichen Modelle existierten im Kopf und in Excel-Tabellen, die Umsetzung als eigenständige Software scheiterte an fehlenden Programmierkenntnissen. Erst mit der Verfügbarkeit leistungsfähiger KI-Assistenzsysteme in den vergangenen Jahren wurde es möglich, diese Modelle in eigenständige Single-File-HTML-Anwendungen zu überführen — von einem Autor, der die fachliche Domäne kennt, aber selbst nicht programmiert. Die KI hat das Werkzeug zum Werkzeugbau geliefert; die fachliche Substanz, die Modellierungsentscheidungen und die Qualitätssicherung stammen aus der eigenen beruflichen Arbeit.

Beruflicher Hintergrund

Mein Werdegang: gelernter Steuerfachangestellter, einige Semester Betriebswirtschaftslehre, seit knapp 14 Jahren in einem mittelständischen Unternehmen tätig. Das Aufgabenspektrum dort ist breit angelegt — Jahresabschlüsse, Steuererklärungen, Unternehmensbewertungen, Eintragungen in das Transparenzregister, steuerliche Analysen und Gestaltungen, Beaufsichtigung der Buchhaltungsabteilung. Insgesamt rund 33 Jahre Berufserfahrung in der praktischen Beschäftigung mit Steuer-, Rechnungslegungs- und Bewertungsfragen.

Die fachlichen Modelle, die in den drei Programmen umgesetzt sind, speisen sich aus dieser Arbeit. Die Software ist gleichwohl ausdrücklich keine Steuer-, Rechts-, Anlage- oder Versicherungsberatung und ersetzt das Gespräch mit einer zugelassenen Berufsperson nicht. Die rechtlichen Abgrenzungen sind in den Lizenzbedingungen und in den Warnhinweisen auf den Programm-Seiten ausführlich beschrieben.

Persönliche Motivation

Seit 1997 bin ich privat an der Börse aktiv. Ich habe den Neuen Markt miterlebt und in der Folge der Dotcom-Blase eine Pleite gerade noch vermeiden können. Diese Erfahrung war prägend — sie hat aber auch eine zweite, ältere Erfahrung sichtbar gemacht: In meiner eigenen Jugend hat mich niemand an die Hand genommen. „Über Geld spricht man nicht" — diese Haltung war im Elternhaus, im Bekanntenkreis und auch in der Schule weit verbreitet. Sie ist nicht aus der Welt. Berufseinsteiger lernen die wesentlichen finanziellen Hebel auch heute typischerweise nicht in der Schule und nur selten zu Hause. Mit eigenen Kindern, die diesen Weg vor sich haben, wird die Lücke nicht abstrakter, sondern konkreter. Die Programme Starter und Starter Plus richten sich genau an diese Zielgruppe — an Berufseinsteiger und junge Erwachsene, denen ein Werkzeug helfen kann, die wesentlichen Hebel früh zu verstehen, bevor Fehlentscheidungen langfristig teuer werden.

Selbstverständnis

Drei Linien tragen das Projekt:

Frühere Projekte

Anfang der 2000er Jahre war ich an dem Aufklärungsprojekt trojaner-info.de (Gruß an Thomas, falls du dich noch im Netz herumtreibst) beteiligt — einem damals frühen Versuch, Internet-Nutzern Schutzmaßnahmen gegen Schadsoftware verständlich zu erklären. Die Grundlinie, mit der privatbilanz.de heute entwickelt wird — Datensouveränität, Transparenz, möglichst wenig Abhängigkeit von zentralen Diensten —, hat dort ihren Ursprung.

— Andreas Ebert