Der Wert deines Depots zum Renteneintritt — bereits in heutige Kaufkraft umgerechnet und nach Abzug der Abgeltungsteuer auf den Wertzuwachs — wird gleichmäßig auf die Jahre vom Renteneintritt bis zum 90. Lebensjahr verteilt. Daraus folgen drei Vereinfachungen:
Diese Vereinfachungen sind eher konservativ: Bei einer realen Rendite über 0 % in der Auszahlungsphase läge der monatliche Auszahlbetrag etwas höher. Im Vollmodell auf www.privatbilanz.de wird die Auszahlungsphase detaillierter abgebildet.
Weitere Vereinfachungen: Die Netto-Rente entsteht aus der Bruttorente durch Abzug von rund 11 % Kranken- und Pflegebeiträgen in der KVdR (7,3 % halber allg. KV-Satz + 1,45 % halber Zusatzbeitrag + 1,8 % PV-AN-Anteil + 0,6 % Kinderlos-Zuschlag) und einer pauschalen Steuerquote, die das Kohortenprinzip der nachgelagerten Besteuerung (§ 22 EStG, 100 % Besteuerungsanteil ab Renteneintritt 2058) bereits berücksichtigt — Netto-/Brutto-Faktor 0,82. Bei der Pension wird analog mit dem Faktor 0,78 gerechnet (volle Steuerpflicht nach § 19 Abs. 2 EStG, kein SV-Abzug, jedoch PKV-Eigenanteil mit Beihilfe 70 % im Ruhestand). Beide Faktoren sind Mittelwerte; bei sehr niedriger oder sehr hoher Bruttorente/Pension liegen die effektiven Netto-Verhältnisse leicht ober- oder unterhalb. Beim Depot wird die jährliche Vorabpauschale dynamisch modelliert (BMF-Basiszins 3,20 % × Basisertragsfaktor 0,7 × Aktien- Teilfreistellung 0,7 × Abgeltungsteuer), dabei bezogen auf den Depotwert zu Jahresbeginn (§ 18 Abs. 1 Satz 2 InvStG) und auf den tatsächlichen Wertzuwachs des Jahres begrenzt (§ 18 Abs. 1 Satz 3 InvStG) — bei sehr niedriger Rendite entfällt sie damit ganz oder teilweise. Beim Verkauf werden die bereits angesetzten Vorabpauschalen nach § 19 Abs. 1 Satz 3 InvStG vom Veräußerungsgewinn abgezogen, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden. Monatliche Sparraten werden durch Verzinsung mit halber Jahresrendite im Einzahlungsjahr approximiert.
Deine Ausgaben im Alter nach Priorität, aufgeteilt auf die typische Kostenstruktur eines Single-Haushalts in Deutschland. Die Summe aller Ebenen entspricht deinem monatlichen Bedarf. Die rote Linie zeigt, wie weit dein Budget aus Rente und Depot reicht.
So entwickelt sich deine Sparrate über die Jahre. Die Zahl „später auf dem Konto" wirkt groß, aber viel davon wird durch die Inflation aufgefressen. Entscheidend ist, was das Geld in heutigem Wert bedeutet.
Spiel mit den drei Reglern und schau, wie sich dein späteres Vermögen verändert. Der Vergleich rechts zeigt den entscheidenden Punkt: Wer früher anfängt, hat am Ende deutlich mehr — auch bei gleicher Sparrate.
Mehr braucht es für den Anfang nicht. Die meisten Online-Broker in Deutschland bieten kostenfreie Depotführung und ETF-Sparpläne ab einem Euro pro Monat. Für die Eröffnung brauchst du deinen Personalausweis und etwa fünfzehn Minuten Zeit. Die Auswahl eines breit gestreuten Welt-ETF (zum Beispiel auf den MSCI World oder FTSE All-World) ist für den Einstieg in aller Regel völlig ausreichend — die Feinjustierung kannst du später immer noch machen.
Das Altersvorsorgedepot ist beschlossen und wird Anfang 2027 eingeführt — eine staatlich geförderte Variante der klassischen ETF-Anlage mit steuerlichen Vorteilen. Dieser Starter bildet das Altersvorsorgedepot nicht ab; für eine gezielte Berechnung gibt es den separaten Rechner Finanzstruktur Altersvorsorge auf privatbilanz.de/altersvorsorge.html. Wer jetzt schon mit einem gewöhnlichen ETF-Depot anfängt, verliert dadurch nichts — der Einstiegszeitpunkt zählt mehr als die exakte Produktwahl. Das zeigt dir der Hebel-Rechner oben.
Damit der Starter niederschwellig bleibt, lässt er bewusst mehrere Dinge weg, die im Einzelfall einen erheblichen Unterschied machen können. Wenn dich einer dieser Punkte betrifft, ist die Tool-Aussage entsprechend zu relativieren — oder du wechselst für eine konkrete Frage in das Vollmodell auf www.privatbilanz.de oder zu einer fachkundigen Beratungsperson.
Familie und Lebenssituation
Erwerbs- und Existenzrisiken
Modell- und Marktannahmen
Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Sie soll dir helfen, die Tool-Ergebnisse in den richtigen Kontext zu setzen — nicht verunsichern. Für eine Einzelfallbetrachtung ist eine zugelassene Berufsperson (Steuerberater, Honorarberater, Versicherungsberater) der richtige Weg.